Das neue Reparieren

04. 06. 2021:

Letztens kam da doch ein Beitrag über das Reparieren von Solarlampen. Da unsere Solarlampen nie länger als zwei Tage Licht abgeben, habe ich den gesamten Beitrag mit großem Interesse verfolgt. Von den vier Solarlampen, die alle die Wintersaison, den Regen oder sagen wir kurz: den Garten, nicht überlebt hatten, wurden dann auch alle vier erfolgreich repariert: Bei der ersten hat der Mann die wiederaufladbare Batterie mit einer neuen wiederaufladbaren Batterie getauscht. Bei der zweiten Lampe hat er die wiederaufladbare Batterie mit einer neuen wiederaufladbaren Batterie ersetzt. Bei der dritten hat er die zwei wiederaufladbaren Batterien durch zwei neue wiederaufladbare Batterien gewechselt. Bei der vierten Lampe – einer Lichterkette – hat er die eine wiederaufladbare Batterie mit einer neuen wiederaufladbaren Batterie ausgetauscht, und als dies nicht zu einer Erleuchtung führte, hat er die Lichterkette durch eine neue Lichterkette ersetzt. Ich mag das! Und ich bin ja auch eine sehr begabte Haushaltsreparateuse, fast schon eine Haushaltsingenieuse: Ich habe schon ein paar Mal eine Lampe per Glühbirnentausch repariert, mehrere Uhren habe ich auch schon per Umstellung auf die Sommerzeit repariert, und wer weiß, vielleicht traue ich mich ja sogar bald, die Dunstabzugshaube in der Küche per neuem Filter zu reparieren. Ist auch viel besser für die Umwelt, nachhaltig zu reparieren statt neu zu kaufen.


Alle Karten auf den Tisch

28. 01. 2021:

Ich schaue ja sehr gerne Wintersport: Biathlon, Ski-Springen, Nordische Kombination, Bob, Rodeln, u.v.m. - talentierte Frauen und Männer, da geht mir das Herz auf, die Landschaften, die Athletik, die Spannung. Einfach schön! Große Freude macht mir hier auch eins ums andere mal die Berichterstattung, die umso absurder zu werden scheint, je schwerer sich ein Prozess in Worten erklären lässt. Mein persönlicher Vize-Meister ist hier der Biathlon, mit Läufern, die mehr knautschen sollen, um schneller zu werden (sprich: einzig im Skisport führt Absorbierung von Energie durch Verformungsarbeit des Körpers zu höherem Tempo) und die hierfür viele Körner benötigen (erinnert an Hänsel und Gretel, was ja auch vollkommen Sinn macht, denn Orientierung ist ja bekanntlich in einer Schneelandschaft besonders schwierig). Klarer Gewinner ist aber das Ski-Springen: "Der Ski ist gut entwickelt und der Körper läuft, habe da auch mehr Arme gesehen, wie der sich runterholen kann, sogar mit seinem winzigen Körper, der kommt auch unten an! [sic !?] Der legt alle Karten auf den Tisch und gibt Vollgas. Kein Rumpelstilzchen, Auftrag erfüllt, Holla die Waldfee!". Ja, das würde ich dann auch mal sagen.


Fehlende Nistkästen

25. 01. 2021:

Letztens lese ich hier in der Zeitung: "Fehlende Nistkästen selber bauen, zum Beispiel mit Kindern". An diesem Satz ist gefühlt irgendwie alles nicht so richtig richtig. Fehlende Nistkästen bauen? Nehme ich aus unserem Garten den Nistkasten und schmeiße ihn weg, schon ist mein fehlender Nistkasten fertig? Selber bauen, also ich baue den Kasten selber, indem ich meinen Kindern sage, sie sollen mir einen Nistkasten bauen? So wie in "Kuchen selber backen, zum Beispiel mit Bäckern"? Und überhaupt, mit Kindern? Nicht etwa mit Holz, Hammer, Nagel, Säge, und vielleicht ein bisschen Farbe, sondern ich mach den mit Kindern. Die stehen bekanntlich ja auch besonders gerne lange still, damit Vögel auf ihnen nisten können. Das passt dann auch super zu einer anderen Schlagzeile, in der ich gestern gelesen habe, dass unsere Kinder ihre Zukunft noch vor sich haben.


Paralleluniversum

16. 04. 2020:

Was ist mit der Welt los? Naja, ich denke ja, während unsere Welt gemächlich und gemäßigt weitergegangen ist, sind wir aus Versehen in einem der sehr unwahrscheinlichen Paralleluniversen gelandet, so ein kleiner Seitenarm, aus dem wir irgendwie nicht mehr rauskommen, und der mit den geringsten Wahrscheinlichkeiten abläuft, ergo Trump, ergo Brexit und ergo Coronavirus...


Blitzblatt

27. 11. 2019:

Gerade war ich im Regen spazieren, und plötzlich stelle ich fest, dass die Laubdecke auf dem nassen Asphalt wie eine spiegelglatte Eisfläche jeden Schritt von mir zu einem gefährlichen Unterfangen macht. Aber wieso ist es eigentlich, dass wir alle von Blitzeis und Starkregen hören, aber niemand eine Unwetterwarnung ausspricht wegen Blitzblatt und Starklaub?


Anscheinbar bin ich zuvertraulich

20. 10. 2019:

Letztens habe ich die Nachrichten geschaut, und da sagt doch der Sprecher „… anscheinbar wurde der Waffenstillstand nicht eingehalten.“ Ich kann nur sagen, Chapeau! Statt sich den jahrelangen Belehrungen und unverbesserlichen Kritikern auszusetzen, wann etwas denn nun als anscheinend oder scheinbar bezeichnet werden sollte, hat er es einfach mal allen recht gemacht. Finde ich absolut großartig. Wenn wir da so weitermachen, dann bin ich ganz zuvertraulich, dass wir bald viele Bestreitereien zu den Akten stecken können.


Wöchentliche Übung für Umweltverschmutzung

07. 10. 2019:

Ich schaue ja besonders gerne Sportsendungen, weil diese eine wahre Fundgrube der Bon Mots sind. Wenn dem Fussballer der Schädel im Nacken steckt, oder der Speerwerfer bemerkt, dass, wenn da ein technischer Fehler drin ist, es wirklich nicht leicht ist, diesen im nächsten Wurf umzusetzen, geht mir gleich das Herz auf. Fast so schön wie die auf Schiffen übliche wöchentliche Übung für Umweltverschmutzung.


Ich wünsche mir, dass wir diskursiver werden

24. 09. 2019:

Heute morgen hab ich Nachrichten gehört und da sagt doch die eine von den Grünen "... ich wünsche mir, dass wir diskursiver werden".
Da hab ich nur kurz gezuckt und mich gefragt, ob sie das Wort diskursiv benutzt, weil sie weiss, was das heisst, oder einfach nur so. Ich bin da mittlerweile so misstrauisch geworden - hier reflektiert ja seit neuestem auch jeder hoch-euphorisiert, bevor er was artikuliert - dass ich erst mal nachgeschaut habe, ob diskursiv wirklich eine von Diskurs abgeleitete und im Deutschen benutzte Vokabel ist. Sagen wir mal so: Es gibt das Wort. Wenn ich das mal übersetze, wünscht sich die Dame, dass die Grünen in ausführlichen Diskussionen und Erörterungen methodisch vorgehender werden. Eigentlich gar nicht so schlecht. Ach so, nee - gar nicht so inferior meinte ich natürlich.


Da oben funkeln die Sterne

14. 09. 2019:

Letztens habe ich mir die Wettervorhersage angeschaut, und da sagt der doch "... wir werden also klare Nächte haben und oben die Sterne funkeln sehen."
Da hab ich so bei mir gedacht: Da oben funkeln die Sterne, und unten funkeln wir, war das nicht auch ein Lied? Und überhaupt, funkeln? Irgendwie klingt funkeln ja auch nicht wirklich nach Sternen. Ich meine, wenn man so sagt wie Hör mal auf, an mir rumzufunkeln. Oder, Die haben da einmal alles abgefunkelt und danach hat nix mehr funktioniert. Aber ist doch auch ein romantisches Wort, oder? Ist ja kein Zufall, dass es sich im Dunkeln am besten Funkeln lässt.